„Kanaldeckel symbolisieren für mich die Reinkarnation der menschlichen Seele. In ihnen sehe und erkenne ich scheinbare Gegensätze und zwingende Zusammenhänge – Einsamkeit und Gemeinsinn, Natur und Technik, Struktur und Chaos, Leben und Tod, Sanftmut und Boshaftigkeit, Wasser und Luft, Liebe und Hass.
Sie sind Fenster und auch Spiegel dessen, wie der Mensch im Wandel die Natur überfährt, tritt und missachtet. Sie deckeln den Unrat, der sich in den Tiefen sammelt und letzten Endes in der Weite des scheinbar unendlichen Meeres ergießt.
Für mich schreien die Seelen der Kanaldeckel die Spuren eines gelebten Lebens in die Welt – mit der ungeheuren Wucht gleich eines Tsunamis. Durch meine Inszenierung öffne ich die Bühne, auf der das Publikum sie sieht, hört und wahrnimmt. Denn erst wenn Zusammenhänge sichtbar werden, können Bilder vom Ganzen entstehen.“

Fotograf/in

Stephan-Maria Aust

Location

Kampus

Jahr

2012