Die Bilder der 2014 ermordeten Fotojournalistin Anja Niedringhaus erzählen jenseits von spektakulären Situationen Geschichten von Menschen. Unvoreingenommen spiegeln sie Gefühle wie Trauer, Angst, Enttäuschung, Zuneigung und Begeisterung, daneben Leid, Gewalt, Zerstörung und Tod, denen die Betroffenen permanent ausgeliefert sind. Afghanistan, Libyen, der Irak, Israel (Gaza) und Bosnien waren Kriegs- und Krisengebiete, aus denen sie berichtete. Professionalität, Risikobereitschaft und ein unparteiischer Blick zeichnen ihre Aufnahmen aus. In ihrer Arbeit suchte Niedringhaus Herausforderung und Grenzerfahrung. Spontaneität, technisches Know-How sowie die Gabe, in einem Moment das Besondere zu erkennen und dabei intuitiv den richtigen Ausschnitt einer Situation festzuhalten, führten zur herausragenden Qualität ihrer Bilder.  
Anja Niedringhaus’ Aufnahmen haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten, darunter 2005 den Pulitzerpreis für Fotografie. Ihre eindrucksvollen Bilder wurden von allen Printmedien genutzt, im Fernsehen ausgestrahlt und sind im Internet zur tagespolitischen Illustration der Kriegsereignisse zu sehen. Sie führen uns ein globales Thema vor Augen, dass uns tagtäglich umgibt und schon fast zur unheimlichen Normalität und Routine geworden ist: der Krieg in vielen Ländern dieser Welt.

Fotograf/in

Anja Niedringhaus

Location

Kreishaus Paderborn

Jahr

2015

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