Paderborner Fototage 2015

Lokale Welten. Globale Gegenwart. Fotografische Positionen des lokalen und globalen Alltags.

30. Mai – 28. Juni

Die Paderborner Fototage 2015 standen unter dem Leitthema „Lokale Welten. Globale Gegenwart“. 32 Fotograf/innen zeigen in Einzelausstellungen ihre Sichtweisen der vorgegebenen Thematik. Und reflektieren so visuell ihren Blick auf die Veränderungen, Entwicklungen und Chancen in einer Welt des Um- und Aufbruchs.

Außergewöhnliche Bildserien von Bryan Adams, Anja Niedringhaus, Ralph Larmann oder Romney Müller-Westernhagen gehörten zu den acht kuratierten Ausstellungen der 3. Paderborner Fototagen 2015. Daneben wurden Arbeiten von 23 Fotografen aus ganz Deutschland, die in rund 40 Bewerbungen eingegangen sind, ausgewählt. Ein umfangreiches Rahmenangebot mit Workshops, Diskussionsrunden und Seminare komplettierte Die Paderborner Fototage.

Eindrücke

Die Presse berichtet.

Große Eröffnung

Im Heinz Nixdorf MuseumsForum u.a. mit Bryan Adams, Romney Müller-Westernhagen, Ralph Larmann, Jens Grossmann, Jean Luc uvm…

Ausstellungen

Workshops

Helfer*innen

Besucher*innen

Wounded – The Legacy of War

BRYAN ADAMS

Location: Städtische Galerie, Paderborn

Die Ausstellung „Wounded – The Legacy of War“ zeigt eindrucksvolle und einfühlsame Porträts britischer Soldatinnen und Soldaten, die im Irak, in Afghanistan oder während militärischer Übungen starke Verletzungen erlitten, die ihr Leben verändert haben. Mit der nüchternen Präzision einer Großbildkamera und vor sachlich ausgeleuchtetem Studiohintergrund dokumentiert der Künstler die Kriegsverletzungen der Männer und Frauen, zeigt ihre Verstümmelungen, Narben und Verbrennungen. Bryan Adams porträtiert ihren trotzigen Willen und Stolz, mit dem sie um ihren Weg zurück ins Leben kämpfen. Die durchaus provozierenden Fotografen zeigen, dass das Leben dieser Menschen trotz der körperlichen Beeinträchtigungen weitergeht. Durch die Kameralinse erzählt Bryan Adams die Geschichte ihres außergewöhnlichen Mutes, ihres Trotzes und ihres Humors.

Unterstützt von den Firmen Markötter und Lightpower aus Paderborn

www.bryanadams.com | Kontakt: CROSSOVER | Anke Degenhard Hamburg

Performance Photography

RALPH LARMANN

Location: Städtische Galerie, Paderborn

Als freier Fotograf erstellt Ralph Larmann für Künstler, Unternehmen, Architekten, Lichtdesigner und Magazine aufwändige Fotodokumentationen auf nationalem und internationalem Parkett. Der wohl bekannteste Stage-Fotograf weltweit zeigt ungewöhnliche Blicke von den Bühnen dieser Welt und dokumentiert aufwändige Events und Shows weltweit. Mit seiner Kamera konnte er Künstler wie Robbie Williams, die Rolling Stones oder die irische Band U2 während ihrer spektakulären 360°-Welttour begleiten.

Unterstützt von den Firmen Markötter und Lightpower aus Paderborn

www.larmann.com | Kontakt: info@RLCompany.de

Globale Konflikte

JENS GROSSMANN

Location: Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn

Jens Grossmann bereist seit 15 Jahren für internationale Hilfs- organisationen die Katastrophen- und Krisenregionen der Welt.
In dieser Zeit hat der Fotojournalist in über 50 Ländern die unmittelbaren Folgen menschlicher und natürlicher Katastrophen dokumentiert. Seine Fotografen sind fester Bestandteil sowohl einer transparenten Aufklärungsarbeit der Hilfsorganisationen als auch der Berichterstattung deutscher und internationaler Zeitungen. Im Rahmen der Paderborner Fototage führt Jens Grossmann mit seinen Arbeiten dem Betrachter subtil wie offensichtlich die Auswirkungen der globalen Gegenwart auf unsere lokale Welt vor Augen.

www.jens-grossmann.de | Kontakt: info@jens-grossmann.de

Beyond Faces

ROMNEY MÜLLER-WESTERNHAGEN

Location: Cineplex, Paderborn

Täglich entstehen unzählige neue Bilder, werden Bilder für uns gemacht, machen wir uns ein Bild – von Menschen aus aller Welt. Doch was sehen wir? Oft schaut uns ein mehr oder weniger gut vorbereiteter Mensch an, abgebildet durch die Linse der Kamera, der etwas Bestimmtes darstellt, der jemand zu sein scheint. Romney Müller-Westernhagen fotografiert nicht den Schein, sie möchte vom Leben, vom „Sein“ erzählen. Durch Gestaltungsfreiheit im Ausdruck lässt sie die Menschen durch ihre Kamera sprechen. In den letzten Jahren porträtierte Romney Müller-Westernhagen viele verschiedene Persönlichkeiten aus Politik, Unterhaltung, Kunst und Sport, aber auch Menschen, die sie gefunden hat auf ihrer Suche nach der Unverblümtheit. Frank-Walter Steinmeier, Iris Berben, Boris Becker, Wladimir Klitschko und Jonathan Meese heißen einige der Gesichter, die in ihrer Ausstellung zu sehen sind.

Kontakt: Gabriele Dörr | Coaching Supervision Medienberatung Hamburg

At War

ANJA NIEDRINGHAUS

Location: Kreishaus, Paderborn

Die Bilder der 2014 ermordeten Fotojournalistin Anja Niedringhaus erzählen jenseits von spektakulären Situationen Geschichten von Menschen. Unvoreingenommen spiegeln sie Gefühle wie Trauer, Angst, Enttäuschung, Zuneigung und Begeisterung, daneben Leid, Gewalt, Zerstörung und Tod, denen die Betroffenen permanent ausgeliefert sind. Afghanistan, Libyen, der Irak, Israel (Gaza) und Bosnien waren Kriegs- und Krisengebiete, aus denen sie berichtete. Professionalität, Risikobereitschaft und ein unparteiischer Blick zeichnen ihre Aufnahmen aus. In ihrer Arbeit suchte Niedringhaus Herausforderung und Grenzerfahrung. Spontaneität, technisches Know-how sowie die Gabe, in einem Moment das Besondere zu erkennen und dabei intuitiv den richtigen Ausschnitt einer Situation fest- zuhalten, führten zur herausragenden Qualität ihrer Bilder. Anja Niedringhaus wurde am 4. April 2014 in Afghanistan, als sie mit einem Konvoi der Wahlbehörden der Provinz Khost unterwegs war, um die Wahl des Staatspräsidenten zu dokumentieren, erschossen.

Leihgeberin: Dr. Silke von Berswordt-Wallrabe | Stiftung Situation Kunst

Whale Hunters

KAI-UWE FRANZ

A.D.U. Gebäudeservice Zentrale, Paderborn

Wer die eindringlichen Porträts von Kai-Uwe Franz betrachtet, sieht in Gesichter aus einer anderen Zeit. Einer Zeit, in der Männer hinausfuhren aufs Meer, um Wale zu jagen. Vom Frühjahr bis zu den ersten Herbststürmen, bei Wind und Wetter, in winzigen Booten, ein Mann an der Pinne, fünf an den Rudern, vorn am Bug der Harpunier. Für ein paar Escudos riskierten die Männer ihr Leben. Doch auf der kleinen Azoreninsel Pico gab es wenig anderes, womit man sich selbst, geschweige denn eine Familie, ernähren konnte.
1987 wurde vor Pico der letzte Wal erlegt. Nur Touristen jagen die Tiere heute noch – mit der Kamera. Die Walfänger von damals sitzen vor den Bootshäusern am Hafen. Die harte Arbeit auf See hat Spuren in ihre Gesichter gezeichnet. Manchen fehlen mehrere Finger, andere haben bei der Jagd ihre Brüder und Väter sterben sehen. Die Männer wissen, dass das blutige Handwerk, das sie einst mit Stolz erfüllte, längst als barbarische Tierquälerei gilt, und nicht wenige tun sich schwer damit. Ihre Kinder und Enkel zieht es auf das Festland, hinaus in die Welt. Weg von Pico, wo es nichts mehr zu tun gibt. Der globale Alltag ist eingezogen in ihre lokale Welt – und hat sie verändert.

Kontakt: post@kai-uwe-franz.com | www.kai-uwe-franz.de

Thailand – Kontraste

SIGRID URBAN

Location: Hotel Aspethera

Die Lichtenauer Fotogra n und Gründerin der 1. Paderborner Fototage 2010, Sigrid Urban, besuchte im Rahmen eines Projekts von To All Nations in Thailand einige Kinderdörfer, wo neue Kinderheime aufgebaut worden sind.
In ihren Bildern zeigt sie die Kontraste eines Landes, die kaum größer sein könnten: In der Millionenstadt Bangkok und Chiang Mai, beliebte Reiseziele Asiens, erlebt sie die Hektik des Alltags, zeigt Straßenszenen und kunstvoll geschmückte Wats (Thailändische Tempel) und dokumentiert das pulsierende Leben einer Metropole aus Exotik und Kultur zu Beginn des 21. Jahrhunderts.

Kontakt: info@sigrid-urban.de | www.sigrid-urban.de

Konsum 21 – Masse macht Macht

SCHÜLERPROJEKT RUDOLF-STEINER-SCHULE SCHLOß HAMBORN

Location: Städtische Galerie

Mit raffinierten Tricks verleiten uns Werbung und Verkäufer zum Konsum – im lokalen und globalen Alltag gibt es da heutzutage kaum noch Unterschiede. Nur allzu gern lassen wir uns verführen, denn Kaufen verspricht Glück und Anerkennung. Wie können wir widerstehen? Die Fotogruppe der Hamborner Waldorfschule, bestehend aus neun Schülerinnen und Schülern der Oberstufe, hat sich mit der Kamera dem Thema „Konsum“ genähert. An mehreren Tagen waren die Schülerinnen und Schüler in der Paderborner Innenstadt und anderen Orten unterwegs und haben versucht – jeder für sich – positive, aber auch negative Auswirkungen des Konsums im Bild festzuhalten. „Macht Masse Macht?“ war die Fragestellung, mit der die jungen Menschen durch ihr Objektiv unterschiedliche Themen fokussiert und in den Unterrichtseinheiten besprochen haben.
Herausgekommen ist ein individueller Blick auf das Konsumverhalten unserer Zeit, in der die Masse „Mensch und Angebot“ die Nachfrage und das Verhalten bestimmen.

Kontakt: Markus Runte | m.runte@paderborn.de

Just the two of us

KLAUS PICHLER

Location: Märzhase Galerie, Paderborn

Schon immer haben Klaus Pichler die Menschen interessiert, was sie tun und warum – vor allem, was sie mit ihrer Freizeit anfangen. Mit der Serie „Just the two of us“ stellt der Wiener Fotograf ein ungewöhnliches Hobby vor: das Verkleiden. In einer Welt der vielen Möglichkeiten nutzen heute viele ihre Freizeit, um für eine Zeit lang in eine andere Identität zu schlüpfen.Zahlreiche Menschen aus der Szene des „Rollenspiels“ hat er dafür zu Hause besucht. Sie haben für ihn ihre Kostüme angezogen, er hat sie in ihrem Alltag fotografiert. Die Fotografierten bleiben anonym – nur Kostüme und Einrichtung geben Aufschluss über die Person in ihrem privaten Umfeld. Klaus Pichler, geboren 1977, lebt und arbeitet in Wien. Seit 2005 ist er als freiberuflicher Fotograf für internationale Kunden sowie in freien Projekten tätig.

Kontakt: klaus@kpic.at | www.kpic.at

Attraverso Romania – Durch Rumänien

FERDINANDO RICCIO

Location: Mettenmeier GmbH, Paderborn

Ferdinando Riccio nimmt uns in seinen Bildern mit auf eine Reise durch die Straßen Rumäniens, vom Landesinneren über die Küsten des Schwarzen Meeres bis hin zur Hauptstadt Bukarest. Er erzählt von Viehzüchtern in Transsilvanien, von menschlichem Leben in Sozialwohnungen, von Händlern und Straßenkünstlern der Metropole. Riccio zeigt ein Lokalterritorium, das nicht nur Baugefüge modelliert, sondern auch den Alltag der Menschen, die auf diesen Straßen leben, arbeiten und darum kämpfen, so zu sein wie die westlichen Nachbarn. Es sind eindringliche Bilder, die den Einfluss der globalen westlichen Welt eindrucksvoll und manchmal erschreckend vor Augen führen.

Kontakt: www.ferdinandoriccio.com

Glücksmaschinen

DANIEL SEBASTIAN SCHAUB

Location: Unity AG, Flughafen Paderborn-Lippstadt

Immer wieder machen auf Kirmessen und anderen lokalen Events Schausteller aus aller Welt in der Provinz halt. Für eine kurze Zeit halten „Glücksmaschinen“, die allerorts eingesetzt werden können, Einzug.
Daniel Sebastian Schaubs Karussells sind exponierte und exzentrische Körper. Was ihnen fehlt, ist das Individuum, der Mensch. Die stillen Bilder implizieren Sensation und Wagnis, Geschwindigkeit und Wirbel, Eingebundenheit und Vergnügen. Sie sind affektbehaftet und auf das kurzweilige Spektakel fixiert, bei dem die globale Bühne am Ende wieder dem lokalen Alltag Platz macht.

Kontakt: info@danielsebastianschaub.de | www.danielsebastianschaub.de

Stadt Nacht – Tag Natur

WALTER RUPIETTA

Location: Südring, Paderborn

Der Fotograf Walter Rupietta zeigt zwei Serien, die sich mit der lokalen und globalen Umwelt auseinandersetzen – zum einen die Stadt, zum anderen die uns umgebende Natur. In seinen ruhigen Landschaftsbildern legt er den Fokus auf die Spuren menschlichen Wirkens, die dem Betrachter zunächst vertraut erscheinen, aber im Weiteren die urbane Realität menschlicher Einflüsse sichtbar machen – lokale Zeugnisse von der Arbeit in und an der Natur. Ganz anders hingegen sind seine „lauten“ Stadtbilder, in denen durch Verwacklungen, Unschärfen und Verschiebungen eine ganz andere Urbanität deutlich wird: das „Lärmen“ einer Stadt, das Assoziationen globalen Lebens anklingen lässt.

Kontakt: w.rupietta@t-online.de

Moderne Architektur von Santiago Calatrava

ERNST HOBSCHEIDT

Location: Autohaus Markötter

Ernst Hobscheidt hat sich mit der Kamera den Bauten des Architekten Santiago Calatrava genähert und dokumentiert seine technisch spektakulären Bauwerke, die die derzeitige Moder- ne am Puls der Zeit eindrucksvoll widerspiegeln. Calatravas Bauwerke fallen durch die ungewöhnlich skulpturale Wirkung ihres Tragwerks auf, die Hobscheidt gekonnt in Szene setzt: Oftmals werden Parallelen zu natürlichen Strukturen wie Blatt- werk, Skelette oder Flügel gezogen. Der Paderborner Fotograf zeigt Bilder vom 2009 errichteten Bahnhof in Lüttich (Belgien) sowie eine Serie der futuristischen Werke des spanischen Architekten, die in der Stadt der „Künste und Wissenschaften“ in Valencia (Spanien) zu finden sind.

Kontakt: ehobscheidt@t-online.de | www.fotoforumowl.de

Lokale Vergänglichkeit. Vergänglichkeit global.

ULRICH HEEMANN

Location: Kleppart, Paderborn

In den Arbeiten von Ulrich Heemann steht der Mensch als Individuum in seinem oft isolierten Umfeld, allein, auf sich gestellt, verletzlich und immer auf der Suche. Bis zu zwölf Mal findet man auf seinen Arbeiten immer dieselbe Person. Immer wieder kommuniziert sie nur mit sich selbst.
Sieht man von den dargestellten Menschen als Individuum ab, nimmt man eine Ansammlung von Menschen, immer direkt von oben fotografiert, in Lehm-, Schlamm- und Gerölllandschaften wahr. Es sind Arbeiten, die zum großen Teil zeitlich nicht einzuordnen sind. Sie könnten den Menschen vor Tausenden von Jahren und in Tausenden von Jahren zeigen. Was machte den Menschen schon immer aus? Was wird ihn auch in Zukunft in einer immer globaleren Welt ausmachen? Heemann ist es wichtig, den „globalen Menschen“ zu zeigen, nicht die Globalisierung von Kommerz und Konsum.

Geschichten des lokalen und globalen Alltags

SCHÜLERPROJEKT GESAMTSCHULE PADERBORN-ELSEN

Location: Einwohnermeldeamt, Paderborn

Inspiriert von den Arbeiten des britischen Streetartkünstlers Slinkachu haben die Schülerinnen und Schüler des Kunstkurses der Gesamtschule Paderborn-Elsen Geschichten erfunden, in denen Miniaturfiguren aus dem Modellbau die Hauptrollen übernehmen. Im Unterricht wurden die von den Teilnehmern des Kunstkurses eigenständig entwickelten Konzeptideen und das von ihnen mitgebrachte fotografische Rohmaterial zunächst gesichtet und ausgewertet und anschließend im Sinne einer Bildoptimierung zum Teil neu inszeniert und professionell fotografiert. Entstanden sind dabei 14 großformatige Fotografen, in denen beispielsweise die szenische Umsetzung von Sinnsprüchen, die Beschäftigung mit dem ThemaUmwelt
verschmutzung oder der Besuch in einer Galerie im Vordergrund der Arbeiten stehen – reale und fiktive Geschichten eines lokalen und globalen Alltags.

Fraternité des hommes. Menschen der Welt

DAVE LUBEK

Location: Bank für Kirche & Caritas, Paderborn

Dave Lubek hat zusammen mit seiner Frau Anne etwa 60 Länder dieser Welt bereist. Mit jeder Reise hat sich das Gefühl für die „fraternité des hommes“, die Bruderschaft der Menschen, von der der bekannte Autor Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“) spricht, verstärkt. Trotz aller Globalisierung leben die Menschen auf unserer Erde ihr ganz persönliches Leben in ihrer kleinen, eigenen lokalen Welt. Wenn man mit seinem Herzen unterwegs ist, so Lubek, lassen sie den Reisenden einen Augenblick daran teilhaben. An ihrem Glück, ihren Ängsten, ihrem Kummer. Man erkennt, dass ihr Glück, ihre Ängste und ihr Kummer den Eigenen sehr ähnlich sind. Und irgendwo schimmert sie dann durch, diese „fraternité des hommes“: in einem Lächeln, einem Augenzwinkern, einem langgezogenen Blick, einem Austausch von sehr persönlichen Gesten. Die Fotografen von Dave Lubek dokumentieren dies eindrucksvoll.

Kontakt: dave@lubek.de | www.dave-lubek-photographie.de

Umdenken

ANGELIKA LAUCK

Location: KiBi, Kinderbibliothek Paderborn

Ein Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit von Angelika Lauck ist das Fotografieren von Bäumen, die weltweit als Sinnbild für das Leben gelten.
In einer Zeit, in der vielen Menschen der direkte Bezug zur Natur verloren gegangen ist, Werte sich verschoben haben und das lebensnotwendige Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch auf allen Teilen der Welt empfindlich gestört ist, versucht sie, mit ihren Fotografen ein Verständnis der weltweiten ökologischen Zusammenhänge zu schaffen. Ihre Bilder zeigen Holzstrukturen, die unter anderem den weltweiten Wandel, das Miteinander sowie die vielfältigen Aufgaben und Herausforderungen des Naturschutzes symbolisieren.

Kontakt: angelika@fokula.de | www.fokula.de

Innere Welten

JEAN LUC

Location: Atelier Manfred Claes-Schäfers, Paderborn

Der Braunschweiger Fotograf Jean Luc verfolgt in seinen Bildern die Absicht, eine Verbindung zwischen der inneren Welt und der Außenwelt darzustellen.
Als „lokale Welten“ sind in seinen Bildern die inneren Gefühle zu verstehen, mit denen er in der globalen Welt auftritt und agiert. Diese Wechselwirkung führt zu einer Auseinandersetzung über die Rolle der Einzelnen in der Welt.
Jean Luc zeigt Spannungsfelder zwischen Kraftakt und Wider- stand, zwischen Lebendigkeit und Ohnmacht, zwischen Resignation und Überforderung. Seine Bilder sind eine Suche nach dem Sinn des Lebens in einer Welt der Veränderungen. Sie sind Fragmente von fremden Fotografen, die er in eigenen Collagen zu einer neuen Realität zusammenfügt.

Kontakt: jean-luc.tissot@web.de | www.collagist.de

Lokale Realitäten

YOSJAN GONZÁLEZ PALAIS

Location: weXelwirken, Paderborn

Die Fotografen von Yosjan Gonzáles Palais zeigen nicht nur das sich im ständigen Wandel befindende Kuba, das in seiner Multikulturalität und Vielfältigkeit dargestellt wird, sondern auch die Menschen und das Leben als solches. Sie geben Einblicke in die Interaktion zwischen dem Menschen und der lokalen Welt, die ihn umgibt. Mal durch Glas oder eine Scheibe fotografiert, erscheint sie dem Betrachter als gespiegelte Realität. Der Fokus liegt dabei besonders auf der Umgebung, in der sich der Mensch entwickelt: auf der Verbindung zwischen Mensch und Natur.

oberFLÄCHE – UNTERGrund

MICHAEL BELHADI

Location: März Manufaktur, Paderborn

Symmetrie ist ein dominantes Thema in den Arbeiten Michael Belhadis – spiegelt sie doch sein persönliches und ästhetisches Empfinden wieder.
Belhadis Blick folgt dabei der Perspektive eines Forschers, dessen Fotos präzisen Studien gleichen, in denen Bewegungen eingefroren und die vereinzelt auftauchenden Menschen wie Figurinen wirken. Die meist streng geometrisch aufgebauten und oft leicht verfremdeten Bilder zeigen eine entvölkerte, futuristisch anmutende Stadt. Gleichzeitig dokumentieren sie die Trostlosigkeit des Verfalls, der immer auch einen Neuanfang darzustellen scheint. Belhadis Fotografen lassen Vergangenheit und Zukunft eines Ortes unter der Oberfläche spüren.

Kontakt: belhadi@aquino.de | www.belhadi.de

Ansichten und Einsichten– Cityscapes New York

CHRISTIAN J. MATUSCHEK

Location: Deutsche Bank, Paderborn

„Die Dinge sehen, ansehen, anders sehen, den Moment erfassend, den Kairos, bewusst, bereit und dazu eine Kamera zur Hand. Gerichtete Wahrnehmung aufs Alltägliche: Farbe, Form, Körper, Struktur, Ordnungsmuster, die auch Schönheit der Schöpfung, wie auch die ihres Zerfalls, ihrer Zerstörung, ihres Vergehens auf den Punkt gebracht – Kontemplationen. Die Aufnahmen meiner Bilder sind grundlos geschuldet lediglich dem Augenblick; Begründungen verstellen den Dialog. Es kostet Zeit, Zeit zu sehen, anzusehen, anders zu sehen. Die ganze Welt ist eine Galerie mit ständig wechselndem Programm.“ (Christian J. Matuschek)

Kontakt: cm@foto-lounge.de | www.foto-lounge.de

Sichtweisen

BLENDE 78

Location: Kulturwerkstatt, Paderborn

Blende 78 – Paderborner Fotofreunde wurde im Jahr 1978 in Paderborn als eingetragener Verein gegründet. Wir sind eine Gemeinschaft von Amateur-fotografen, die die Fotogra e aus Leidenschaft und mit künstlerischen Ambitionen betreiben.

info @blende78.de | www.blende78.de

Goa Dialogues

ANDREAS RÜHLOW

Location: Brüderkrankenhaus, Paderborn

Andreas Rühlows Serie „Goa Dialogues“ entstand während einer sechsmonatigen Reise durch den Süden Indiens, in dem lokale Welten auf die globale Gegenwart treffen: Als das nach China bevölkerungsreichste Land, das zugleich aufstrebende Wirtschaftsmacht ist, bewegt sich Indien zwischen traditionellem Lebensstil und moderner Wegwerfgesellschaft, zwischen westlichen und östlichen Schönheits-idealen, zwi- schen Technophilie und Religionsvielfalt. Rühlows Fotografen spiegeln die Gegensätze, die Zerrissenheit, aber auch das Miteinander unter-schiedlichster Lebensweisen der globalen Gegenwart wider, vereint in einem Land.

Kontakt: aruehlow@gmail.com | unexpected-arts.com

Spuren des Aufbaus

EMELL GÖK CHE

Location: Universität Paderborn

Symmetrie ist ein dominantes Thema in den Arbeiten Michael Belhadis – spiegelt sie doch sein persönliches und ästhetisches Empfinden wieder.
Belhadis Blick folgt dabei der Perspektive eines Forschers, dessen Fotos präzisen Studien gleichen, in denen Bewegungen eingefroren und die vereinzelt auftauchenden Menschen wie Figurinen wirken. Die meist streng geometrisch aufgebauten und oft leicht verfremdeten Bilder zeigen eine entvölkerte, futuristisch anmutende Stadt. Gleichzeitig dokumentieren sie die Trostlosigkeit des Verfalls, der immer auch einen Neuanfang darzustellen scheint. Belhadis Fotografen lassen Vergangenheit und Zukunft eines Ortes unter der Oberfläche spüren.

Kontakt: info@artemell.com | www.artemell.com

Heimat global. Paderborn

HARALD MORSCH

Location: Museum in der Kaiserpfalz, Paderborn

Der Grafiker und Fotograf Harald Morsch – ebenfalls Workshop- Dozent der diesjährigen Fototage – zeigt in acht großformatigen Bildern Orte der Paderborner Innenstadt. Sie zeigen den massiven Eingriff der Menschen in sein urbanes Umfeld. Beleuchtete Plätze, versiegelte Flächen und architektonische Umsetzungen. Es sind alte und vertraute Straßen, Wege oder Plätze, an denen globale Einflüsse der Modernität durch Überbauung oder Grenzmarkierungen sichtbar werden. Der Fotograf gibt Ausblicke auf neue zeitgenössische Architekturen im alten Stadtkern, zeigt Brücken, die in das „neue Paderborn“ führen und stellt an ausgewählten Beispielen Orte einer Stadt dar, die nicht die Kosmetik, sondern der Lauf der Zeit verändert hat.

Kontakt: mail@heft.de |

GALAXY

FRANZISKA ARENDT

Eva Weber, Frisör Paderborn

Als Inspirationsquelle für ihr Avantgarde-Modelshooting diente der jungen Fotografen Franziska Arendt die Weite des Weltalls – GALAXY nennt die Wahl-Münchenerin ihre Fotoausstellung, welche im Rahmen einer Semesterarbeit entstanden ist. Wichtig war der Nachwuchsfotografen, dass über die avantgardistischen Aufnahmen die Unendlichkeit des Universums und dessen Galaxien vermittelt werden. Lokal, so Arendt, sei der Mensch nur ein kleiner Teil einer nicht zu enden scheinenden Sphäre und somit global gesehen nur ein Hauch des Weltgeschehens. Jedes der „strahlenden“ Exponate ist ein Kunstwerk an sich mit intensiv- leuchtenden Farben.

Kontakt: info@franziskaarendt.de | www.franziskaarendt.de

Heinz Nixdorf, Fotograf!

HEINZ NIXDORF

Location: Heinz Nixdorf MuseumsForum, Paderborn

Das Heinz Nixdorf MuseumsForum zeigt im Rahmen der Paderborner Fototage zum ersten Mal eine Zusammenstellung von Fotografen, die Heinz Nixdorf – der erfolgreichste deutsche Computerpionier – selbst aufgenommen hat.
Die Bildauswahl spannt einen Bogen von seinem privaten Umfeld bis zu internationalen Reisen, umfasst Produktfotografen, die Dokumentation eines frühen Arbeitsplatzes (1960er-Jahre) in der Firma sowie Bauaktivitäten im Paderborner Umfeld. Alle Aufnahmen hat Nixdorf mit seiner Kleinbild-Spiegelreflexkamera auf Dia-Positiv lm belichtet. Ergänzende Filmsequenzen stammen von seiner Super-8-Filmkamera. Neben einer Präsentation der Bilder sind im HNF auch die Kameras seiner kleinen, aber feinen Sammlung zu sehen. Sie dokumentieren die vielfältige Technik- und Sammelbegeisterung von Heinz Nixdorf.

Kontakt: felbracht@hnf.de

Slow Working

ROSWITHA IRMER

Kleppart Paderborn

Die immer schneller voranschreitende Entwicklung der Technik lässt den Menschen kaum noch Zeit durchzuatmen. Entschleunigung in Beruf und Alltag ist zum Thema geworden. Eine Rückbesinnung zu den Themen, die das Leben lebenswert machen und eine neue Qualität in den Alltag bringen, hat Gegenbe- wegungen hervorgebracht, die die Langsamkeit wieder neu erfunden haben – „Slow Cooking“ oder „Slow Food“ etwa sind jedem ein Begriff . Die Serie „Slow Working“ von Roswitha Irmer zeigt eine weitere Form der Langsamkeit: Sie gibt Einblick in eine alte Tuchmanufaktur in Venedig, in der auf über 200 Jahre alten Webstühlen luxuriöse Stoffe aus kostbaren Garnen in Handarbeit gewebt werden. Während hier für einen Stoff manchmal mehrere Monate von der Einrichtung des Webstuhls bis zur Fertigstellung benötigt werden, kommt in den meisten Firmen heute moderne und vor allem schnelle Technik zum Einsatz – weltweit. Als Kontrast zum „Slow Working“ dokumentiert Roswitha Irmer sie in Fotografen, die in einer Weberei in Bielefeld entstanden sind.

Kontakt: irmer.roswitha@t-online.de

Stealth Emergency Housing

THOMAS HERRMANN

Location: Café Kleidsam, Paderborn

„Stealth“, das ist die Tarnkappentechnik, das ist die Möglichkeit, für den Feind unsichtbar zu werden. Die eigene Ortung er- schweren, eigene Emissionen zu unterdrücken, in Heimlichkeit zu leben, seine Tarneigenschaften auszunutzen, das ist nicht nur tägliche Praxis im Militärischen – das könnte in Zukunft auch die einzige Möglichkeit sein, als Obdachloser in Deutschland zu überleben.
Seit Mitte der 1990er- Jahre wächst der Druck auf Obdachlose. Neue „Leitlinien für den Umgang mit Nichtsesshaften“ wurden erarbeitet: Sie werden schon heute an Orte verbannt, wo sie niemand sehen soll. Deutsche Städte werden gesäubert, um im internationalen Städtewettbewerb konkurrenzfähig zu sein. Etwa ein Drittel der Bundesbürger wünscht keine bettelnden Obdachlosen in Fußgängerzonen. Auch Übergriffe auf Obdach- lose stellen keine Einzelfälle dar. Das von dem Wiesbadener Architekturbüro Christ.Christ entwickelte, metallische „Stealth Notwohnhaus“ ist ein künstlerisches Projekt. Als „Diskussionsmaschine“ in Zeiten einer grassierenden Weltwirtschaftskrise sieht es aus wie eine Waffe – stellt aber einen Beitrag zum Dialog dar. Es soll Obdachlosen Schutz geben. Es ist ein Rückzugsraum für ihre fragile Existenz. Es soll körperliche Unversehrtheit gewährleisten – in Zeiten, die härter werden.

Kontakt: info@thomas-herrmann.com | www.thomas-herrmann.com